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 SL Tagebuch von Midgard

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BeitragThema: SL Tagebuch von Midgard   Mo Mai 07, 2012 10:11 am

Ich bin Donnerstags immer auf einem Spiele Abend, und mein Spielleiter führt eine Art Tagebuch über die Ereignisse die sich in dem Phantasie Rollenspiel Midgard ereignen.

Und da dachte ich, ich könnte doch mal hier einen Eintrag Posten mit unseren Neuesten Chars die wir angefangen haben zu spielen.
(Und wundert euch bitte nicht über die ach so bekannten Namen aus Big Bang Theorie, den anscheinend hatten sie einfach keine anderen Namen im sinne oder waren zu faul sich welche auszudenken Laughing)




Wie konnte das nur passieren? Ich hatte doch alles durchdacht... anscheinend aber nicht gründlich genug. Der Angriff kam überraschend. Horden von Bettlern fielen über seine Männer her. Er selbst verspürte einen stechenden Schmerz im ganzen Körper. Zumindest warnte ihn dieser Zauber, dass mehr dahinter stand als ein Bettleraufstand. Er gab seinem Pferd sofort die Sporen und ließ seine Männer zurück. Beschuss aus hochgelegenen Fenstern oder den Dächern brachte sein Pferd zu Fall. Geschickt rollte er sich ab und rannte wie er nur konnte... Seeleute hüpften nach rechts und links als sie ihn in seiner Plattenrüstung, seinem Speer und dem Großen Schild auf sich zugelaufen sahen. Nach einigen Abzweigungen sah er sich um. Etwa ein dutzend Verfolger in Lumpen. Dolche in den Händen. Er sah ein Schild, auf dem ein kleiner Kobold mit langem Bart, einem Holzbein und einer Meerschaumpfeiffe abgebildet war. Das musste der Klabautermann sein, eine Hafenspelunke der eher zweifelhaften Art. Aber seine letzte Rettung.
"50 Goldstücke für jeden der mit mir kämpft!" rief er in die Taverne ohne wirklich zu sehen, wer darin sitzt. Eigentlich wollte er schon weg sein und die ersten Leute aus der Taverne in seine Verfolger laufen lassen... eigentlich. Umringt von den "Bettlern" stellte sich Pinius Sarkas, Hauptmann der Wache des Seekönigs, zum Kampf. Zumindest waren die Schmerzen verschwunden. Glücklicherweise strömten schon die ersten Mitstreiter aus der Taverne. Einen hatte er schon getötet, der in seinem Rücken von den Angeheuerten umgenietet. Er hatte wieder Hoffnung geschöpft, als er zwei Stiche mit den Dolchen einsteckte. Die Männer mussten kräftig sein, wenn sie mit Dolchen durch seine Platte kamen. Und diese Schmerzen waren wieder da. Er sah den Zauberer. Er ließ sich durch zwei große breite Männer schützen. Bolzen und Pfeile schlugen dort bereits ein, auch wenn sie nur die Deckungsleute trafen. Doch diese beiden kamen nun auch in den Kampf, der Zauberer floh. Nun musste er sich nur noch mit Waffen auseinandersetzen. Auch verletzt war dieser Kampf noch zu gewinnen. Dachte er, als ein Bolzen und ein Pfeil in seinen Rücken einschlugen und er niedersank.
Am Boden liegend hörte er die Leute schreien. Es klang fast, als würden sich die Angeheuerten gleich gegenseitig an die Gurgel gehen. Wie tief bin ich nur gesunken... "Sagt der nächsten Kommantantur Bescheid und bringt sie her. Ich bin Pinius Sarkas..." Loyale Leute, das wären zumindest loyale Leute...zumindest für Gold.

Halonibanes Martal setzte seine Dekurie in Gang. Vor dem Klabautermann im Hafenviertel war ein Schlachtfeld. Etwa ein Dutzend Leichen. Pinius Sarkas wurde schon verarztet. Das hat ihm vermutlich das Leben gerettet - so meinte zumindest Eschtar, die in der Dekurie für Heilung zuständig war. Er atmete auf, nicht aus Zuneigung zu Pinius, eher zu seinem Gold und der regelmäßigen Bezahlung. Er hätte es wesentlich schlechter treffen können.
Auf Geheiß Pinius wurden die Leute aus dem Klabautermann in die Liste aufgenommen. Unter Totschläger. Sie bekamen ihr Gold und noch eine kleine Zusatzzahlung, um die sie sofort stritten. Die Culsupriesterin Penny war ihm bereits bekannt, sie hatte einen düsteren Hang zu Bestattungen. Über diesen Howard Wollowitz musste er noch Informationen aus der Gilde der Mondschwinge besorgen. Iridion hieß der merkwürdige Elf, der weder blondes noch schwarzes Haar hatte, aber mit einer Skallanta der Dunkelelfen herumlief. Die KanThais waren einfach zu verschlossen. Über Choice Kim brauchte er erst gar nicht versuchen, Informationen zu sammeln. Aber laut Pinius waren sie eh Stümper. Aber auch die können ihre Vorteile haben...

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BeitragThema: Re: SL Tagebuch von Midgard   Mi Mai 16, 2012 8:38 pm

Als entfernte Verwandte des Seekönigs genoss Penny die Unterkunft in einem der vielen Seitenflügel eines der vielen Seitenflügel des Palastes, doch zum Essen ging sie lieber in den Tempelbezirk. Den Priestern gegenüber sind die Leute einfach vertrauensseeliger, Gerüchte machten dort meist schneller die Runde.
"Im Hafenviertel hauen sich die Landratten und die Schwertfische gegenseitig um. Die konkurrieren um eine Anstellung auf 15 Handelsschiffen Richtung Chryseia. Noch ist keiner gestorben, aber..." Das genügte Penny. Zur Not hilft man etwas nach...

Nach und nach trafen sie alle im Klabautermann ein. Sie waren alles andere als eine Gruppe, eher eine Notgemeinschaft. Aber eines hielt sie zusammen: der Drang nach Abenteuer.
"...und ich dachte mir: wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte." Penny hatte sich so in Fahrt geredet, sie hätte am liebsten alle 15 Schiffe alleine bestückt. Howard war die Stimme der Vernunft: "Wer war denn schon mal auf Matrose auf einem Schiff?" Alle verneinten. "Dann müssen wir mit einer der beiden Seiten zusammenarbeiten." Sie einigten sich auf die Schwertfische, klang einfach besser als Landratte.

Penny nahm den Kontakt auf. Sie ging in den Dreizack, der Stammkneipe der Schwertfische. Nach einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe Landratten, in der Penny einem von ihnen den Arm auskugelte, war der Anführer der Schwertfische der Unterstützung nicht abgeneigt und hatte einen Auftrag. "Es gäbe schon eine Möglichkeit. Wenn ihr das schafft, bringen wir euch schon auf den Schiffen unter. Zur Not als Leichtmatrose. Also, die Landratten haben einen Glücksbringer, ein Maskottchen. Es ist eine komische weiße Ratte aus Rawindra. Die ist riesig. Wenn ihr die entführt, könnten wir sie erpressen, uns die Fahrt zu überlassen." Penny nahm an.

Im Klabautermann wurde beratschlagt. Howard würde als Thaumaturg in seiner Robe zu den Landratten gehen und ihnen seine Dienste anbieten. Vielleicht würden sie im Augenblick auch Leute gegen Gold anheuern. Versuchen könne man es mal. Er nahm Sheldon mit. Der zuckte nur die Schultern und trottete hinterher.

"...haben sie nun eine Priesterin der Culsu angeheuert. Sie wollen uns töten." Ein tosendes "Buuuuuuuh" wogte durch den Papagei. Alle sahen auf ihren Anführer, der auf einem der Tische stand. Dieser schaute zur Tür. "Aber wie das Schicksal es will, haben auch wir Verstärkung bekommen. Einen Magier." Alle drehten sich zum Eingang um, auf den ihr Anführer deutete. Howard stand erstaunt im Raum, in dem sich eine Gasse vom Eingang zum Tisch des Anführers öffnete. Howard verstand sofort und spielte mit. Er schritt majestätisch zum Tisch und lies sich feiern. Sheldon beachtete niemand. Er schien der übliche Diener zu sein.
"Die Schwertfische wollen eure Ratte entführen. Wenn ihr uns mitfahren lasst, bringe ich für euch in Erfahrung, wann genau." Howard sah die Überaschung im Gesicht seines Gegenübers. "Der Handel gilt. Aber euer Diener bleibt hier. Als Geste des Vertrauens, wenn ihr wisst, was ich meine." Howard wusste es. Sheldon zuckte nur die Schultern.
Er schickte dem Magier zwei seiner Leute hinterher. Sicher ist sicher. Verarmte Magier gab es genug, doch man wusste nie, wie loyal sie waren. Sein Diener schien nicht der Schlaueste zu sein... aber das musste er auch nicht sein, um den Dreck wegzumachen, den die Landratte machte. Und den Dienst an der Rattenklappe.

Howard sah keine Verfolger, dennoch war er sich sicher, dass er beobachtet wurde. Er ging zurück zum Dreizack und unterhielt sich mit dem Anführer. Er machte eine kurze Handbewegung vor seinem Gesicht, nickte verständnisvoll auf das, was ihm gesagt wurde und verlies die Kneipe sofort wieder.

"In vier Tagen werden sie zuschlagen. Kurz vor dem Morgengrauen."
"Wie haben Sie das so schnell in Erfahrung gebracht?"
"Mit dem richtigen Zauber kann man sehr überzeugend sein." Howard grinste.
Ja, das deckt sich mit der Geschichte meiner Leute. Er war vom Können dieses Magiers wirklich beeindruckt. Sie würden nicht nur die Anstellung bekommen, sondern die Schwertfische bei ihrem Überfall in eine Falle locken. Zufrieden sah er auf. "Sie sollten wieder gehen, bevor sie hier noch von den falschen Leuten gesehen werden." Besser konnte es gar nicht laufen.

Yoice Kim sah an sich herunter. Für ihre Aufgabe war sie im Moment nicht passend gekleidet. Ihre Haare hatten auch die falsche Farbe und Länge. Eine Riesenratte entführen... das war mal eine ... Abwechslung. Sie nahm den Weg, der durch das nächtliche Candranor am sichersten war - über die Dächer. Die Mietskasernen hier am Hafen waren ein leichtes Terrain. Sie musste zu ihrer Tante, bei der sie Unterschlupf gefunden hatte. Im Allgemeinen war ein Mann ihr Ziel, so wie der, wegen dem sie hierher nach Candranor kam. Sie hatte das Aussahen einer Priesterin ihres Alters angenommen. Eine Robe hatte ihr ihre Tante geschneidert. Sie wusste, wann ihr Ziel seinen Besuch in der Familienkruft des Tempels der Culsu machen würde. Sie erwartete ihn dort, ging gemessen an ihm vorbei, um ihn alleine zu lassen, um ihn von hinten mit dem Knauf ihres Kampffächers den Schädel einzuschlagen. Dummerweise kam in diesem Augenblick genau die Priesterin in die Gruft, die sie immitierte. So lernte sie Penny kennen...
Sie schaute an sich herunter. Schwarz eng, so musste ihre Kleidung nun sein. Kleidung einer Hafenhure und Perücke mit langen rotblonden Haaren im Rucksack. Nur für den Notfall. Einen Ledersack. Kampffächer.
Auf dem Rückweg ging sie noch einmal alles durch, was sie wusste. Die weiße Riesenratte ging im Hinterhof der Mietskaserne, in der die Kneipe war, auf einem Misthaufen pullern. Dazu gab es eine Rattenklappe. Sie kletterte vom Dach über die Türe. Sie sah Penny, die entgegen dem Plan neugierig hinter dem Misthaufen saß... Hoffentlich vermasselt sie es nicht. Und hoffentlich kommt sie in den nächsten zwei oder drei Stunden, denn länger konnte Joyce hier nicht stehen.
Die Klappe ging auf und ein großes weißes Ding mit hängenden abgerissenen Ohren kam auf den Hinterhof, lief auf den Haufen zu und begann, sein Geschäft zu machen. Penny kam so ungeschickt um den Haufen herumgerannt, dass die Ratte aufschrak und zur Türe rannte, um sich durch die Klappe in das Innere der Kneipe zu retten. Joyce ließ sich fallen, schnappte die Ratte und warf sie in den Ledersack. Penny schaute wie ... Penny, wenn sie überrascht ist.

Sheldon saß mit seiner Schaufel und dem Besen neben der Rattenklappe. Die Leute beachteten ihn kaum. Ihm war das Recht. Die Ratte ging in den Hinterhof. Er gähnte, reckte sich und legte sich schlafen. Dummerweise genau vor der Rattenklappe.
Ein Pfiff. Ein zweiter, schärferer. Sheldon setzte sich wieder und spielte den Unbeteiligten. Die Ratte wurde nun vermisst. Ob sie im Hinterhof wäre. "Keine Ahnung, ich glaub schon." Er suchte den Hinterhof eifrig mit ab. Und den Hofausgang. Die Straße. Bis zurück zum Klabautermann. Leider musste er dabei rennen, denn seine Flucht wurde entdeckt. Zusammen mit allen, die hier warteten, packte er alles zusammen und sie verließen den Klabauter. Auf der Straße hörten sie den Lärm, den die anrückenden Landratten machten.

"Sie hätten jetzt aber nicht das halbe Hafenviertel in Brand setzen müssen, oder?" Penny lächelte, als sie aus den Fenstern ihrer Kemenade auf das brennende Viertel blickten. "Manche müssen eben immer übertreiben."
Sheldon hatte die weiße Ratte aus dem Ledersack befreit. "Und was soll ich jetzt mit dem Karnickel machen?" Alle sahen ihn verdutzt an. "Ja, die Ohren sind etwas zerfetzt, aber die Dinger gibts bei uns in Alba im Dutzend billiger."
Lachen kann anstrengend sein.

Grinsend wurde das Ratten-Karnickel am Hafen übergeben als der letzte Mann der Schwertfische an Bord ging.

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BeitragThema: Re: SL Tagebuch von Midgard   Mi Mai 16, 2012 8:38 pm

Am dritten Morgen auf hoher See betraten sie das Deck und sahen kaum noch etwas vor lauter Nebel. Kapitän und Steuermann stritten sich, ob sie nun anhalten sollten oder nicht. Joyce kletterte in den Ausguck. Jeglicher Kontakt zu den anderen Schiffen war abgerissen. Nach einiger Zeit löste sich ein dunkler Schatte aus dem Nebel. Einer der angeheuerten Nothun-Priester war sich sicher: der fliegende Valianer.

Sheldon, Howard, Penny, Joyce, Iridion, Kairanu und Saron waren die einzigen, die sich trauten, überzusetzen. Leider waren es auch die einzigen, die vom Rudern keine Ahnung hatten und so zog sich die Überfahrt etwas.
Das Schiff war über und über mit Gold und Edelsteinen beladen. So viele, dass sie sogar ins Meer rieselten. Das Beiboot wurde voll gemacht und Sheldon ruderte zurück. Er tat zumindest sein Bestes.
An Bord lagen jede Menge Leichen in Kleidung herum. Die meisten waren pure Skelette, aber an manchen war noch fauliges Fleisch. Als sich eines dieser Skelette regte und die Eindringlinge anschrie, was das solle, einfach Gold von seinem Schiff zu klauen. Es entspann sich eine Diskussion, in der es sich herausstellte, dass der Kapitän nach Eschar möchte und seit vier Wochen unterwegs sei und auch die Skelette hier rings herum am Leben waren. Der Kapitän setzte mit einem Beiboot und sechs Mann zum Handelssegler über, um sein Gold wiederzuholen, doch sie fielen den Wundertaten Nothuns zum Opfer. Selbst der Kapitän.
Auf dem fliegenden Valianer meldete sich nun der Steuermann zu Wort ("Oh, oh, das war ein groooßer Fehler..."), der meinte, dass der Kapitän sicher sehr wütend wird (äh, is der nicht eben gestorben?) und er glaubt, dass der Kapitän sich verfahren hat und er selbst einfach gerne irgendeine Küste ansteuern wolle. Außerdem sollten sich alle schon mal Gedanken machen, wer hier die Mannschaft auffüllen wolle und wer sterben. Es stellte sich also heraus, dass der Kapitän zwar ausgetrieben werden könne, jedoch nur für einen Tag. Dann käme er zurück und würde von unserem Schiff seine Mannschaft auffrischen. So wie bei den Wälingern, die ihnen vor einem Tag begegnet wären (die fauligen Skelette). Und wir sollten uns nicht einbilden, den vollen Lohn zu bekommen.
Am nächsten Tag, der Kapitän hatte den Steuermann zu Sonnenaufgang abgelöst, enterte er mit der kompletten Mannschaft den Handelssegler, als der Valianer mit dem ältesten Priester in einer schwarzen Kugel verschwand. Die Mannschaft ergab sich. Nach einigen längeren Augenblicken löste sich die Kugel auf, der fliegende Valianer war weg und alles Gold, alle Edelsteine fielen ins Meer...
Der Kapitän schrie vor Wut. Er übernahm den Handelssegler, Freiwillige kamen in seine Crew. Und als am nächsten Tag der fliegende Valianer mit all seinen Schätzen wieder da war, gingen wir an Bord. Die anderen durften - zu unserer Überraschung - weiterfahren.

Nach einiger Zeit war klar, dass Kapitän und Bootsmann konsequent gegeneinander arbeiteten. Was am Tag gefahren wurde, wurde in der Nacht wieder zurück gefahren. Dem Kapitän konnten wir glaubhaft machen, dass wir genau wissen, wo Eschar liegt (da lang) und dem Bootsmann zeigten wir den Weg zur nächsten Küste (auch da lang). Als wir die Küste sahen, löste sich das Schiff unter uns in Einzelteile auf. Mühsam kamen wir an Land - dank der schwimmenden Planken und Balken.

Howard grübelt nun - am Strand von Valian - wie man die Edelsteine bergen könne.

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BeitragThema: Re: SL Tagebuch von Midgard   Do Mai 31, 2012 3:42 pm

Einige Wochen des Lernens zogen ins Land. Joyce stellte fest, dass ihre Tante ständig auf den Hof kam, um Wäsche aufzuhängen. Ihren Cousin auf den Boden zu werfen war schwieriger als sie es in Erinnerung hatte. Aber irgendwie muss das doch gehen, sogar sehr einfach. Zu allem Überfluss rempelte ihre Tante sie auch noch an - und ihr Cousin fiel. Dieser Unfall brachte sie weiter. Sie musste einfach nur in seine Kniekehle... Ein weiteres Mal hatte sie ihn fasst. Ihr Bein war in seiner Kniekehle und sie drückte so fest sie kannte den Oberkörper nach hinten, doch ihr Cousin wollte einfach nicht fallen. Ihre Tante kam wieder mit einer Wanne voll Wäsche vorbei und stieß an seine Schultern. Schwupp, da lag er. Ahhh, wenn ich ihn in sich verdrehe, verliert er das Gleichgewicht... Die Techniken aus dem Gedächtnis zu lernen war schwieriger als sie dachte. Zum Glück stolperte ihre Tante hier herum. Ein glücklicher Zufall.
Howard, Penny und einige andere standen im Laden der Magiergilde herum. Etwas Gold in der Tasche und wesentlich mehr winkte vom Grund des Meeres, nur wenige hundert Meter von der Küste Valians entfernt. Es gab so viel und das meiste war nicht gerade günstig. Howard verzweifelte, weil er einfach nicht darauf kam, wie er seinen Unterwasseranzug dicht bekommen sollte, selbst wenn er ein Wasseratmen-Amulett hätte und mittels Sehen von Verborgenem durch den Helm sehen konnte... Penny sah sich um und meinte, sie müsste erst mal Kohle ranschaffen und vermietete sich für drei Monate an ein Edelbordell. Für 900 Gold. Das verstand jetzt keiner, muss man aber auch nicht. Zumindest konnte sie mit jeder Menge neuester Gerüchte aufwarten (von wegen Männer reden nicht...). Leider war nichts Brauchbares dabei.
Tedes Vorthun kam vorbei, der Nothun-Priester, der den fliegenden Valianer ausgetrieben hatte. Also, die Küste, in der wir arbeiten wollen, wäre offenes Fischereigebiet. Leider könne er dort nicht zaubern, denn... äh, Nothun wäre Diebstählen gegenüber zwar aufgeschlossen, jedoch nicht, wenn die Beute aus seinem eigenem Opferstock geholt werden sollte... er hätte es schon mal versucht. Die Fische dort würden ihm nicht gehorchen. Dennoch: wenn er es ohne die Hilfe seines Gottes schaffen würde...

Am Ende einigten sich alle auf ihre erste Idee. Fischerboot gemietet, Eimer oder Kiste an ein laaaanges Seil und einfach blind den Boden absuchen, indem der Eimer darüberschrappt. Es war ergiebiger als sie dachten, doch weniger ergiebig als gehofft.

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BeitragThema: Re: SL Tagebuch von Midgard   Do Mai 31, 2012 3:43 pm

Beunruhigende Gerüchte machten die Runde. In Aran sei eine Seuche ausgebrochen, die viele Todesopfer forderte. "Schwarzer Tod" wurde sie genannt. Es soll auch in Eschar schon Fälle dieser Krankheit geben. Howard wurde vom Vorsteher der Gilde der Mondschwinge gerufen. "Im Hafen ist ein aranischer Segler eingelaufen. An Bord sind zwei Personen am Schwarzen Tod erkrankt. Einigen Matrosen ist es gelungen an Land zu kommen. Ihr kennt einige Leute. Ihr müsst sofort an den westlichen Hafen, Pier 47, der Segler heißt "Unter der Sonne". Sucht die Matrosen. Sofort. Wir benötigen sie als Forschungsobjekte. Und: das bleibt geheim! Eine Panik muss vermieden werden."

Nach einem Eilmarsch kamen sie zum westlichen Handelshafen. Pier 47 war bereits abgesperrt. Bewaffnete Gestalten in langen dunklen Mänteln standen herum.
"Stopp! Kein Zutritt!"
Ganz schön mutig, einem Magier und einer Culsu-Priesterin den Zutritt zu verwehren.
"Was soll das, wir sind im Auftrag der Magiergilde unterwegs. Und wer seit ihr überhaupt?"
"Ich bin nicht befugt, ihnen diese Information Preis zu geben."
"Ah, die sind von der CIA, Candranors Intelligente Abwehr." Penny wusste sofort Bescheid. Als sie erwähnte, dass wir von den Todesfällen und den Matrosen auf Landgang wussten, bekamen wir nach Rücksprache mit seinem Vorgesetzten vier Steckbriefe. Gemaltes Bild in Farbe, Beschreibung. Nicht schlecht!
"Das bleibt aber geheim. Eine Panik können wir jetzt gar nicht brauchen." Natürlich.

"Hm, Araner auf Landgang... Gibts da nicht diese Shisha-Bars? Am besten noch mit Bordell?" Niemand beantwortete Howards fragende Blicke, denn wirklich auskennen in dieser Metropole... wer tat das schon. So ließen sie einige Goldstücke beim Hafenmeister und hatten eine Liste sämtlicher Shisha-Bars hier in der Nähe. "Die mit Bordell streich ich euch extra an." Alles klar. "Sonst noch was? Glücksspielspelunken? Billiger Fusel?" Nein danke. Da würde die CIA sowieso schon nachforschen.

Bereits in der zweiten Bar wurden sie fündig. Die Informationen kosteten zwar einiges an Gold, doch den ersten holten sie aus einem kleinen Kapuff der Mietskaserne, in dem er sich mit einer Dirne vergnügt hatte und sich nun massieren ließ. Joyce meuchelte die Dirne durch einen gekonnten Schlag mit dem Knauf ihres Kampffächers auf den Hinterkopf. Der Schädel brach (Äh, eigentlich wollte ich sie nur betäuben...). Iridion kümmerte sich um den Seemann. Nach einem Schlag in den Nacken schlummerte er vor sich hin. Die Geheimhaltung kostete extra... Zumindest konnte man hier eine Art Lager einrichten. Der Gefangene blieb unter der Bewachung Kairanus und Iridions zurück.

Etwas später fanden sie einen weiteren Matrosen in einer anderen Bar. Er meinte, das sei alles nur ein Missverständnis und kam freiwillig mit. Unterwegs führten einige Männer in langen Mänteln einen Araner gefesselt aus einer anderen Bar. "Wir sind nicht befugt..." Aha. Nun schwante auch ihrem Gefangenen, dass es wohl kein Missverständnis sei, doch es war zu spät. Die Fesseln hielten. Doch der Vierte blieb verschwunden...
Nachdem die Gefangenen von Penny ins Verhör genommen wurden, kam heraus, dass der fehlende Matrose dem Opium verfallen war. Alle sahen zu Joyce Kim...

Glücklicherweise musste Joyce nur das Bild des vermissten Matrosen am Eingang vorzeigen und bekam bereitwillig Auskunft. Sie wurde fündig.
"Ein ansteckender Kunde in unserem Etablissement? Ich lasse ihn gleich holen." Der geschickte Junge kam zurück und flüsterte ihm etwas ins Ohr.
"Der Kunde schläft noch, aber er wird in einer Stunde aus dem süßen Land der Träume erwachen."
"Sein Blut ist sehr schwarz."
Er horchte auf. "Wie schwarz denn genau?"
"So schwarz wie das Dunkle Loch der Erde und es wird um sich greifen. Vielleicht hat es das schon..."
Herr Lang dachte nach. Es war kostspielig, doch es musste sein. Das KanTai-Viertel als Ausgangspunkt einer Seuche wäre noch wesentlich kostspieliger.
"Frau Feng ist doch eure Tante, nicht wahr? Dann könnt ihr mir sicherlich behilflich sein." Er lächelte. "Würdet ihr bitte dafür sogen, dass auch alle Kunden tief und fest schlafen? Oder soll ich lieber nach eurer Tante schicken lassen?"
Es war ein leichtes für Joyce Kim die Kunden der Opiumhöhle zu betäuben. Es brauchte nicht mehr viel.
"Leider kann ich im Augenblick niemanden entbehren. Wir sorgen jetzt dafür, dass sich unser Problem verflüssigt und spülen es weg." Er band sich einen Mundschutz vor.
"Herr Lang, ich bin doch nur eine schwache Frau. Wie kann ich den so einen Brocken von Mann tragen? Ich wäre tief in eurer Schuld, wenn ihr in solch schweren Zeiten einen Mann zum Tragen abstellen könntet."
Er winkte ab. "Also, einen Mann könnte ich wohl verkraften. Wo muss das Paket denn hin?"
Als er hörte, wohin, schüttelte er den Kopf. "Wir verstehen uns zur Zeit mit den Aranern ....ähem.... nicht ganz so gut. Aber auf den Kräutermarkt kann ich es liefern lassen."
"Das Paket sollte mit Handschuhen getragen werden."
"Selbstverständlich."

Auf dem Kräutermarkt winkte sich Joyce eines der vielen Kinder her, um es ins Aranerviertel zu schicken. Doch sie überlegte es sich anders. So dauerte es einfach zu lange. "Kennst Du jemanden, der mir beim Tragen behilflich sein würde?" Mit einem Silber in der Hand nickte der Junge. Er holte zwei Männer, die hinter einem Verkaufsstand an einem Tisch saßen und würfelten.
"Was zahlstn?"
"10 Gold."
Ihm fiel fast die Kinnlade herunter. "Für jedn?"
Als sie hörten, wo der besoffene Kerl wohnte, wussten sie, dass sie eine ganz schöne Strecke vor sich hatten. Aber 10 Gold... das ist jede Menge Schnaps.

"Die beiden haben ihn ohne Handschuhe getragen?" Joyce nickte. Howard dachte nach und zog sich seine Handschuhe zurecht.
"Heute ist echt unser Glückstag!" Die beiden lachten, als Joyce ihnen ihre Goldmünzen in die Hand zählte.
Howard grinste. "Ja, heute ist echt euer Glückstag. Wir haben noch zwei hier. Die müssen alle zur Magiergilde. Nochmal 10 Gold für jeden."
"Aber wir kommen doch gar nicht in die Stadt rein, wir sind keine Bürger."
"Aber ich bin einer."

"...sehen sie sich für die nächsten Tage als unsere Gäste." Sie wussten, was das bedeutete. Sie wollen auf sicher gehen. "Fühlen sie sich einfach wie zu Hause."
"Mann, das ist echt unser Glückstag! Eine Flasche von eurem besten Wein." "Für mich auch!" Die beiden lachten schallend.

"...war es schon klar, dass ein einfaches Heilen von Krankheit oder Austreibung des Bösen nicht hilft, denn sonst wäre die Seuche bereits in Aran aufgehalten worden. Aber inzwischen können wir sagen, dass sowohl ein magischer als auch ein klerikaler Anteil in dieser Krankheit liegt. Eine Kombination aus Heilen von Krankheit, Austreibung des Bösen und Bannen von Zauberei hat zumindest die geheilt, die selbst noch nicht ansteckend waren. Wir gehen momentan davon aus, dass es erst ansteckend ist, wenn Husten, Schnupfen und Fieber ausgebrochen ist."

Howard schaute in zwei völlig verkaterte Gesichter. "HEUTE ist euer Glückstag."

Auch Penny war glücklich als sie ihre erste Seebestattung durchführen durfte. Der zweite Schuss griechischen Feuers traf auch sein Ziel, den Segler "Unter der Sonne", nachdem Howard die Flugbahn des ersten Schusses "genau berechnet" hatte. Ja. Genau zweihundert Meter hinter das Ziel. Trotzdem schön, das brennende Schiff auf dem Meer der fünf Winde...

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BeitragThema: Re: SL Tagebuch von Midgard   Do Jun 07, 2012 9:35 am

"Wir wollten nur mal nachfragen, ob es Arbeit gibt." Die Wachen vor dem Anwesen Pinius Sarkas schüttelten verwundert den Kopf. "Es ist doch bekannt, dass der Herr täglich zur achten Stunde Audienz gewährt." So kamen sie am nächsten Tag am frühen Morgen wieder.
Zur achten Stunde trafen sie ein und wünschten sich angesichts der Menge der Leute vor dem Haus, früher gekommen zu sein. Sie wurden von der Wache als Bittsteller in die Liste aufgenommen. Nach einigen Stunden warten zwischen Bürgern, die ihren Nachwuchs in die Leibgarde des Seekönigs empfehlen oder Händlern, die das Haus Sarkas beliefern wollten, wurden sie hereingerufen. Die Wache geleitete sie in ein Seitengebäude. Dort wurden sie von Halonibanes Martal empfangen.

Halonibanes schaute auf seine Liste. "Soso, die Stümper." Aber sie kamen ihm gerade Recht. Vermutlich würden sie einfach die Wachen abschlachten und die Ware zerstören. Nicht die beste Lösung, aber es würde genügen. Dennoch würde er ihnen eine Gelegenheit geben, sich zu beweisen.
"Wir werden sie nach versteckten Waffen durchsuchen, bevor wir sie zu euch geleiten."
"Das wäre militärisch sicher sinnvoll, sie werden nach meiner Einschätzung eher Magie verwenden. Lasst die Durchsuchung. Sie sollen denken, dass wir ihnen trauen. Lasst vier Ordensbrüder an den Türen postieren und schickt einen Magier nach oben. Er soll sie von dort im Auge behalten. Sobald ich mein Rapier ziehe, sollen alle getötet werden... oder falls es plötzlich dunkel wird. Alle sollen einen Ring des Sehens in Dunkelheit tragen." Nur zu gut hatte er ihr erstes Zusammentreffen in Erinnerung. Es war vielleicht etwas weit hergeholt, aber es könnte auch ein dreister Versuch sein, seinen Herren zu töten. Feinde gab es genug. Und über allem lag die Bedrohung durch den Schwarzen Tod...

"Ihr wollt also Arbeit."
"Deshalb sind wir hier. Und wir sind besser geworden, wir sind jetzt bessere Stümper." Penny konnte sich diesen Seitenhieb nicht verkneifen.
"Das werden wir sehen. Traut ihr euch einen Einbruch zu?" Natürlich taten sie das. "Es gäbe da ein Lagerhaus. In dieses Lagerhaus müsste man eindringen, einige Kisten öffnen, den Inhalt zerstören und die Kisten wieder verschließen. Wenn ihr das unbemerkt schafft, gibt es 3500 Orobor. Wenn ihr nur den Inhalt zerstört, aber entdeckt werdet, nur die Hälfte."
Sie sahen sich untereinander an und nickten.
"Gut, wenn sie einverstanden sind: es handelt sich um Lagerhaus 11 am westlichen Hafen. Dort lagern noch bis übermorgen 25 Spiegel von einer Größe von etwa 1 mal 2 Metern. Öffnet die Kisten, macht die Spiegel kaputt und schließt die Kisten wieder. Aber setzt auf keinem Fall Feuer ein! Wir wollen keine Katastrophe heraufbeschwören."
Sie nickten noch einmal und gingen. Halonibanes schüttelte den Kopf. Diese Leute konnte er nicht einschätzen.

Sie beobachteten die Halle. Es ging sehr betriebig zu dort zwischen den Lagerhäusern. Penny, Joyce, Sheldon und Saron spazierten dort vorbei, Howard hatte seine neue Maske aufgesetzt, mit der er alles so sah, als stünde er 100 Meter über sich in der Luft. Der volle Renner bei allen valianischen Kapitänen.
Die doppelflügeligen Tore an der Ost- und Westseite standen offen. Von Westen fuhren Ochsengespanne ein, im Osten verliesen sie die Halle wieder. Wachen durchsuchten jeden Wagen. Interessant war, dass in beiden Toren jeweils eine Türe eingebaut war. Fenster gab es nur unter dem Dach und darauf.

Sie wollten in der folgenden Nacht zuschlagen und suchten sich ein Zimmer in einer Taverne möglichst in der Nähe der Lagerhäuser. Bis zum Abend ruhten sich alle aus. Nur Saron nicht. Der ging in eine Kneipe, um Kontakt mit seiner Gilde aufzunehmen. "Wir werden heute Nacht das Lagerhaus 11 überfallen und 25 Spiegel zerstören." Sein Gegenüber sah ihn erst erstaunt an. Dann zuckte er die Schultern. "In Ordnung. Wenn ich diese Information verkaufen kann, erhälst du deine üblichen 50%."
Als Saron ging, sah er ihm nach. Er musste wirklich dringend Gold benötigen...

Joyce und Saron sahen sich alle noch einmal an. Alle in Schwarz. Gesichter und Hände geschwärzt. Eigentlich sollte man bei so einem Auftrag keine Rüstung tragen, doch sie vertrauten Penny, die meinte, dass das mit dem Zauber Stille kein Problem sei.
Howard sah sich die Lage mit seiner Maske noch einmal von oben an. "Es brennen um die Lagerhäuser herum Laternen, so dass es keine Versteckmöglichkeiten an den Häuserwänden gibt und zwei, nein, drei Patroulien laufen zwischen den Lagerhäusern und über den Fischmarkt. Das ist kein Problem, an denen schleuse ich uns vorbei." Sie nahmen zunächst den Weg durch dunkle Hintergassen bis sie an den Lagerhäusern angekommen waren. Dank Howards Maske standen sie bald vor Lagerhaus 11. Penny wollte gerade zaubern, als Howard eine Warnung ausstieß. Wachen würden in etwa 3 bis 4 Minuten hier vorbeikommen. So bogen alle noch einmal um die Ecke des Hauses, um die Patroullie passieren zu lassen. Howard kam auf die Idee noch einmal von oben durch die Milchglasfenster zu schauen, um festzustellen, ob im Inneren des Lagerhauses Licht brannte. Es sah wirklich danach aus...
Und wieder wollten sie improvisieren. Sie würden das schon hinkriegen. Penny war voller Optimismus. Es war schlagartig still. Saron öffnete das Vorhängeschloss der Türe. Sie wurde aufgerissen und alle drangen ein. Sie sahen zwei Hunde auf sich zustürmen. Penny fluchte. Sie wollte die Hunde schlafen legen. Doch die Klingen ihrer Mitstreiter machten ihnen ein schnelles Ende. Die Wachen, bis eben noch ins Würfeln vertieft, hatten lediglich Zeit aufzustehen und ihre Waffen zu ziehen, doch angesichts dieser Übermacht legten sie sie sofort wieder nieder und hoben die Hände.

Joyce hatte abgewartet bis alle in das Lagerhaus gestürmt waren. Sie schloss sofort die Türe und ließ das Hängeschloss einklicken. So war es abgemacht. Von Außen sollte nichts auf einen Einbruch hindeuten. Sie war sich nicht sicher, aber hatte sie da nicht eben leises Hundegebell gehört? Es half nichts. Sie konnte nichts tun außer dem Plan folgen. Sie sah sich die Wand an. Nichts stand herum. Wirklich sauber aufgeräumt hier. Glatte Wände, kaum Griffmöglichkeiten. Nur die Halterungen der Laternen in 3 Metern Höhe und dann nochmal 3 Meter bis zum Dach. Sie grinste. Für sie keine wirkliche Herausforderung. Sie presste sich an die Wand. Sie spürte, wie sich ihr Körper förmlich an die Wand saugte, mit ihr verschmolz. Wie eine Spinne oder ein Wasserläufer glitt sie über die glatte Fläche, die Hauswand steil nach oben. Auf dem Dach musste sie nur kurz warten, als das Fenster auch schon von Howard geöffnet wurde.

Im Inneren wurden gerade die beiden Wachen gefesselt und geknebelt. Und viel geflucht. Sheldon machte sich an die Heilung der Hunde. Vielleicht sei da noch etwas zu retten... Alle fluchten, da ein Einbruch kaum mehr zu verschleiern war.
Sie verschafften sich einen ersten Überblick. Unten waren Säcke mit Getreide gestapelt wie auch große Kisten. Rechts und links auf 3 bis 4 Metern Höhe waren Galerien angelegt, auf denen Regale mit kleinen Kisten und Paketen standen. Die Spiegel waren schnell entdeckt. Iridion, Kairanu und Sheldon machten sich daran, sie zu öffnen und die Spiegel zu zerstören. Das mitgebrachte Werkzeug tat seinen Zweck. Abgesplitterte Teile befestigte Howard mit einem Siegel.
Howard ging mit Saron und Penny nach oben, um die Pakete durchzuschauen. Jetzt war eh schon alles aufgeflogen und so würde vielleicht die Aufmerksamkeit von den Spiegeln abgelenkt. Nur die Wachen würde man töten müssen. In einigen fanden sie auch wertvolle Gewürze oder edle Seidentogas.
"Sag mal Saron. Du meintest heute Nachmittag, dass Du in Deiner Gilde warst. Und du Assassine wärst. War eigentlich eh schon klar als Du neulich von dem Kopfgeld auf Pinius Sarkas erzählt hast... Aber was genau hast Du eigentlich gerade heute dort gemacht?" Noch während er die Frage stellte, wurde Howard bewusst, was das bedeuten konnte und wurde immer misstrauischer und aufgebrachter. "Was hast du heute dort gemacht?"
"Naja, nach neuen Aufträgen gefragt."
"Und das war wirklich alles?"
"Naja, und dann hab ich halt noch gesagt, dass wir heute das Lagerhaus hier überfallen."
"Du hast WAS???"
"Naja, ich hab gesagt, dass wir heute das Lagerhaus hier überfallen. Informationen bringen Gold." Saron sah alle verständnislos an. Es ist doch nicht falsch, n paar Orobor nebenher zu verdienen, macht doch jeder hier...
"BINGO" Penny hielt ein Paket mit riesigen Klumpen vor sich. "Schau mal, Opium. Müssen so 10 Kilo sein. Und... hab ich das eben richtig gehört...?" Sie hatte. Penny sah Saron an als ob sie ihm eine sofortige Bestattung gönnen würde.
"So ein Mist, dann weiß das jetzt doch schon jeder Depp..."
Sie wussten nicht, ob sie lachen oder weinen sollten. Oder Saron einfach töten. Laut Joyce war das Opium zwischen 50 und 500 Tausend Orobor Wert. Je nach Reinheit. Aber das wären wohl die Preise in der Opiumhöhle. "Aber ihr wisst schon, dass wir tot sind, wenn wir das nehmen."
"Das sind wir sowieso. Dank Saron!"
"Genau! Wir nehmen einfach das Opium und die Gewürze und die Togas und machen aufs nächste Schiff. Am besten noch heute Nacht."
"Genau, wir legen die Wachen an die Türe, zerkratzen sie mit ihren Fingernägeln und den Hundekrallen und zünden das Lagerhaus hier an." Als sie die Türen zerkratzten, wurde ihnen bewusst, dass sie sich in das Lagerhaus eingeschlossen hatten. So gingen Joyce und Penny über das Dachfenster nach draußen. Saron traute niemand mehr. Penny blieb mit ihrem Dolch im Fenster hängen, so dass ihr Howard von unten noch helfen musste. Joyce sah sich vom Dach aus nach den Wachen um. Und da kamen sie auch schon anmarschiert... Also noch warten. Als die Patroullie vorbei war, kletterten sie beide nach unten. Und beide stürzten synchron ab. Joyce, als ausgebildete Akrobatin hatte wenig Probleme, zudem ihr KiDo-Stil auch auf akrobatische Einlagen hin ausgelegt war. Penny schlug dumpf auf. Etwas mitgenommen ließ sie das Hängeschloss rosten.
"Lauter gewachstes Holz hier, das brennt wie Zunder."
Als das Getreide brannte, sah Penny auf die beiden toten Wachen und die Hunde. Das ging als Feuerbestattung durch.

Der Hafenmeister wurde geweckt und mit einem ordentlichen Schmiergeld versehen. Der Kapitän verlangte 2000 Orobor pro Nase für eine Überfahrt ohne Eintrag in die Schiffsbücher. Hoffentlich geht das alles gut und wir kommen nach Kroisos wie versprochen.

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BeitragThema: Re: SL Tagebuch von Midgard   Fr Jul 06, 2012 5:06 pm

Am zweiten Abend an Bord waren sie zum "Käptns Dinnä" eingeladen. Ratlos schauten die Landratten den Steuermann an, bis dieser erklärte, dass sie zum Abendessen mit dem Kapitän eingeladen wären. So fanden sich alle ein und auch der Steuermann war anwesend. Nach anfänglichem belanglosem Geplauder, in dem er sich ein Bild von ihnen machte, kam der Kapitän auf den Punkt.
"Nun, ihr musstet Candranor auffallend schnell verlassen. Und ich nehme an, nicht ohne Grund. Ich habe mir abgewöhnt nach solchen Geschichten zu fragen, aber ... ich hätte Handelskontakte anzubieten, die ... nun sagen wir einmal ... eher inoffiziell wären."
Penny kam allen anderen zuvor. "Kannst Du Opium verkaufen und Gewürze?" Howard verschluckte sich an seinem Wein, alle anderen schauen gespannt.
Er hatte also richtig gelegen. Hier war ein Geschäft zu machen. "Ihr habt durchaus Glück. Für Opium hätte ich einen Abnehmer in Kroisos. Und die Gewürze... da könnte sich auch eine Lösung finden."
Sie kamen überein, möglichst alles in Kroisos zu verkaufen.
"Falls das nicht genügen sollte, könnte ich es auch in Tura versuchen, aber dort kenne ich keinen vertrauenswürdigen Abnehmer." Ihren fragenden Blicken nach kannten sich diese Leute wohl nicht wirklich in der Welt aus. "Tura ist die größte Stadt in unseren Kolonien. Lidralien sagt euch etwas, oder?" Oh Nothun, das schienen wirklich weltfremde Candranorer zu sein. Lediglich bei Penny und Howard blitzte ein kleiner Funken der Erkenntnis auf. Er kannte diese überhebliche Haltung. Candranor war der Nabel der Welt. Dass das Imperium schon längst nicht mehr existierte, nahm man in der Regel nicht zur Kenntnis. Zumindest so lange nicht, wie alle Waren flossen. Mit einem Seufzer erklärte er ihnen die wichtigsten Regeln des Zusammenlebens in Tura.

Der Handel in Kroisos verlief problemlos. Der Abnehmer kaufte die Hälfte des Opiums für etwa 50.000 Orobor (?). Die Gewürze wechselten ebenfalls den Besitzer. Auf der Überfahrt kamen Kapitän und Abenteurer überein, dass sie für 37.000 Orobor die restlichen 5 kg Opium dem Kapitän überlassen. Der Abnehmer in Kroisos war vertrauenswürdig und sicher. Nach dem Verkauf der ersten Lieferung wäre er auch wieder flüssig.

In Tura ließen sie zunächst ihre knapp 100.000 Gold mit Iridion und Kairanu als Bewachung auf dem Schiff zurück. Die anderen schmissen sich in feine Seidentogas und begaben sich in die Markthalle. Bei einem ausgedehnten Einkauf, bei dem sich die Magiergilde und ein Rüstungshändler über Umsatz freuten (wie auch der Zoll^^), lernte Howard eine hübsche junge Dame namens Taira kennen, die offensichtlich nicht gerade den Beruf hatte, für den sie geeignet war: Händlerin. Die beiden verabredeten sich noch für den gleichen Abend.

Zur 20. Stunde im besten Haus der Stadt, dem Blauen Buntschuh, betrat Howard in seiner Toga den Gastraum. Obwohl Valianer schaute er sich erstaunt um, ob der prachtvollen Ausstattung. Als Mann aus dem einfachen Volk sah er nicht häufig solchen Prunk.
"Hämmmm..." Ein livrierter Diener sah ihn fragend an. "Sie wünschen?"
"Ich suche eine gewisse Taira."
Der Diener zog kurz die Augenbraue nach oben. "Taira Giminiano ist noch nicht zu Tische, möchten Sie so lange an der Bar warten?"
Von der Bar aus sah sich Howard um. Rundum teuer gekleidete Leute. Viele Paare beim Essen, Geschäftsunterredungen und auch die jungen Nachkömmlinge reicher Familien beim Trinken.
Taira betrat den Raum in Begleitung eines älteren Herren. Howard hatte ihn schon in der Markthalle gesehen. Er war zurecht unzufrieden mit Tairas Handelsabschlüssen gewesen und redete nach diesen unentwegt auf sie ein. Doch nun folgte er ihr wortlos.
"Schön, ihr seid sehr pünktlich. Dies ist Salvador Feducia, mein ... Lehrer und Vertrauter. Wollen wir uns zu Tische setzen?" Mit einem Lächeln, das keinen Widerspruch duldete steuerte sie einen Tisch an. Howard sah wie ihm die Augen der Jünglinge folgten und ihr Blick verriet ihre Abneigung.
Als die "Krem brüll eh" vor im stand, fragte sich Howard, wann er wohl das Interesse verloren hatte. Bis zur "Süb pommadorokrema" fand er ihre naive Art noch charmant. Irgendwo während der "Otterlende an Nudeln auf Bananencurry" muss ihm klar geworden sein, dass er mit ihrer Traumwelt aus Ritterromanen und heldenhaften Theaterstücken nichts anfangen konnte. Zudem sich Taira seit einigen anfänglichen Höflichkeitsfloskeln kein bißchen mehr für ihn interessierte, sondern ihm geschätzte tausend Bücher und Theaterstücke aufzählte, in die er sie unbedingt begleiten müsse. Howard war froh, als sie sich verabschiedete und noch mehr, dass Feducia die Rechnung übernahm.

Als er das Lokal verließ, folgten ihm die Jünglinge. Sichtlich betrunken wurde er von ihrem Wortführer angepöbelt und beleidigt. Dieser Schnösel forderte ihn zum Duell. Das musste eine Art Kampf sein. Er willigte ein. Um Mitternacht im Heldengarten des Larantempels also. Er nahm über seinen Zwiesprache-Ring Kontakt zu seinen Freunden auf dem Schiff auf, um sich über solche Kämpfe zu erkundigen. Der Kapitän klärte ihn auf. Eigentlich verboten, aber im Laransgarten schaut niemand hin. Aha. Die Zeit drängte und so machte er sich gleich auf, bei einer Stadtwache nach dem Weg zu fragen. Sie waren verdutzt, aber zeigten ihm den Weg.
Howard irrte etwas durch den Garten bis er auf drei angetrunkene junge Männer stieß, die ihn auch gleich beschimpften. "Seht mal, was für ein Bauerntölpel unter dieser Magierrobe steckt. Hat keine Sekundanten und nur einen Dolch zum Stochern!" Sein Herausforderer nahm einen tiefen Zug aus der mitgebrachten Flasche.
Sauron, Kim, Penny und Sheldon trafen ein. "Das sind meine Sekundanten."
"Ahso, auch noch Angst, der Herr. Zumindest hast du gleich an deine Beerdigung gedacht." Und ohne die übliche Eröffnungsetikette griff er an. Entweder war er zu betrunken oder einfach nur arrogant, aber er kämpfte weiter, auch nach dem dritten Treffer. Gut, offiziell stand es nur 2 zu 1 gegen ihn, da er einen Treffer Howards nicht zählen ließ und einen Treffer hinzudichtete, doch er hatte keine Chance. Sein Gegner stolperte weiterhin betrunken herum und versuchte, ihn zu treffen. Nach dem vierten Treffer fiel er. Seine beiden Kumpels wollten zunächst keinen Priester zu ihm lassen, da sie offensichtlich parteiisch waren. Sie wollten gerade vorschlagen, eine Wache des Tempels zu rufen, als Gilmo Avarra, der Herausforderer Blut spuckte. Sheldon kümmerte sich um ihn. Das Schicksal warf die Münze und hatte keine Heilung, sondern eine noch größere Wunde für Gilmo vorgesehen. Er starb in Sheldons Händen und stieß mit dem letzen Atemzug einige Worte aus. "Taira...tot und begraben ... bald ... in Gefahr ... du musst ihr helfen ... sag ihr, dass ich sie ...".
Gilmos Saufkumpanen hatten durch ihr Geschrei die Wachen Larans angelockt, aber da sie nun eine Leiche auf dem Boden sahen, nahmen sie Reißaus. Zur Überraschung aller nahmen die Wachen die Leiche Gilmos mit, ohne Fragen zu stellen.
Auf dem Rückweg kamen sie am Hintereingang des Theaters vorbei. Die Spätvorstellung war gerade zu Ende. Kim nahm die Gelegenheit war, einige Kleider und Perücken zu stehlen. Immerhin musste sie ihre gesamte Ausstattung in Candranor zurücklassen.

Als sie am frühen Morgen, noch vor Sonnenaufgang die Stadt Richtung Hafen verlassen wollten, fiel ihnen auf, dass die Stadtwachen am Tor nach jemanden suchten. Sie hatten ein Pergament und hielten alle Leute auf. Glücklicherweise herrschte schon zu dieser Zeit etwas Andrang, so dass Howard unbemerkt kehrt machen konnte. Penny bestätigte nach kurzer Zeit die Vermutung. Howard wurde bereits gesucht. 2000 Gold als Kopfgeld. Irgendwie hatte sie es auch zusammen mit Kim geschafft, gegen Schmiergelder einen Kontakt mit der Comreda aufzutun. Ein Badehaus... und zwei Namen. Mario und Gusko.

Dort empfingen sie einige barbusige Damen. Auf Anfrage wurden sie zu Gusko geleitet. Außer den Damen, Gusko und ihnen schien niemand anwesend zu sein.
"Soso, 2000 Orobor betreten den Raum..." Gusko lächelte sie an. "Was kann die Familie für euch tun?"
"Nun ja, wir würden erst mal eine sichere Unterkunft benötigen."
Sie einigten sich auf eine beträchtliche Summe. Aber sie hatten sich einen Tag und eine Nacht erkauft. Und Informationen. Der Vater des Toten, Carilo Avarra, hat das Kopfgeld ausgesetzt. Die beiden Saufkumpanen sind wohl direkt zu ihm gerannt.
Penny und Sheldon wollten Carilo Avarra aufsuchen, um ihm die Lage zu erklären. Es war alles nur ein bedauernswertes Missverständnis und die beiden Freunde Gilmos werden das schon bestätigen. Die anderen gingen erst einmal zu Bett.
Während der Audienz auf dem Anwesen der Avarras stellte sich heraus, dass Carilo keinem Wort zugänglich war. Dabei rutschten Sheldon leider im Eifer des Gefechts die Worte heraus: "Er ist in meinen Armen gestorben." Avarra ließ Sheldon augenblicklich von seinen eigenen Wachen festnehmen und einsperren. Penny fragte erst gar nicht nach, sondern verließ sofort das Anwesen. Sie wurde nicht aufgehalten.

Sie ging zurück in die Nähe der Unterkunft und weckte ihre Freunde über die Ringe der Zwiesprache. Das dauerte etwas, war aber sicherer. Und wieder sahen sie in der Familie ihren einzigen Ausweg. Sie sahen ihr frisch erworbenes Vermögen schrumpfen.
"Nun ja, ihr verlangt von uns also einen Einbruch in ein schwer bewachtes Haus." Mario saß in der warmen Therme und schmatzte vor sich hin. Nachdem Penny herausgefunden hatte, dass im Haus ständig 8 Wachen waren, stand ihnen die Verzweiflung in den Augen geschrieben. "Und was könnt ihr im Gegenzug der Familie bieten?"
"Leider nicht mehr viel Gold, aber wir haben noch..." Mario wunk ab, als Howard die neu gekauften Ringe und Rüstungen anbieten wollte.
"Ihr könntet der Familie einen anderen Gefallen tun als Gold." Er wartete kurz ab. Die Worte sollten wirken. "Wir vermuten, dass ein Todeswirker hier in der Stadt arbeitet. Ihr werdet für uns herausfinden, wer das ist. Im Gegenzug dafür zeigen wir euch einen Weg, wie ihr ... Sheldon befreien könnt." Sie willigten ein.

So lernten sie in der folgenden Nacht die Abwasserkanäle Turas kennen und wie einfach man von dort Zugang in die Villen der Reichen bekommen kann. Penny legte einen Ablenkungsbrand im Nachbarhaus. Sie stiegen über die Latrine ein und fanden Sheldon recht schnell in einer Zelle im Keller. Nebenher lernte man etwas über den Einsatz von Spiegeln bei einem Einbruch. Sehr praktisch, wenn man um die Ecke sehen kann. So wurde auch die dösende Wache im Keller schnell überwältigt.

Nun, da die Schonzeit vorbei war, kehrten sie in das unbewachte Anwesen der Giminianis ein. Taira war tot. Während einer Unterhaltung mit Salvador Feducia machte sich dieser verdächtig. Alles auf eine Karte gesetzt, Salvador gefesselt, das ganze Haus und besonders Salvadors Arbeitszimmer durchsucht. Ebenso Tairas Schlafzimmer. Alle Hausangestellten verhört. Über Salvadors Briefe flog seine Verbindung mit den Avarras auf. Die Kinder (Taira und Gilmo) sollten verheiratet werden. Taira wollte aber wohl nichts von Gilmo. Indirekt gab es über gefälschte Briefe (bei Taira) von ihren Vater Anhaltspunkte, dass dieser auf dem Weg in den hohen Norden umgekommen sei. Feducia wollte sich also die Hälfte des Handelshauses von den Avarras auszahlen lassen und hatte Taira umgebracht. Praktischerweise hatte er auch ein Testament gefälscht, dass ihm im Falle des Ablebens seines Geschäftspartners und dessen Tochter das ganze Vermögen zufiel. Jetzt mag er sich wohl in den Hintern beißen, da nun die Avarras Bescheid wussten und mit in seinem Boot saßen.
Eine Anwältin der Comreda befand die Beweise für ausreichend, da sie mit den Siegeln der Häuser gestempelt waren, die sie belasteten. So waren Feducia und Avarra erpressbar.

Die Comreda kümmerte sich also um Avarra. Dieser zog das Kopfgeld zurück. Die Abenteurer interessierten sich für einen Alchemisten namens Henoch. Er war laut Comreda der einzige in Tura, der solch komplizierte Gifte herstellen würde, wie beim Tod Tairas verwendet. Doch dort fanden sie nur ein Pergament am Eingang genagelt. "Wegen Trauerfall geschlossen". Sie ließen sich durch die geschlossene Tür nicht aufhalten. Sie fanden Todesfälle. Henoch und seine gesamte Dienerschaft. Labor und Voratsschränke ausgeräumt. Ein Brief auf dem leeren Küchentisch.

"Meinen Glückwunsch. Ihr seid mir sehr nahe gekommen. Zu nahe für meinen Geschmack. Nachdem mein Auftrag erledigt ist, darf ich euch mitteilen, dass das Gift in der Kerze bei Einatmen lediglich einen todesähnlichen Zustand erzeugt. Das Gegenmittel findet ihr oben.

Freolo"

Im Badehaus wurde um Feducias Leben geschachert wie um ein Stück Fleisch. Nachdem der Plan stand, etliche Gigolos der Comreda bei Taira einzuschleusen, war Feducias Leben kein Pfifferling mehr Wert. Howard hob an: "Moment, wir bringen ihn nicht..." Doch es war zu spät. Kims Kampffächer hatte sich bereits in den Hinterkopf Salvador Feducias gebohrt. "Och menno..." Gusko war genervt. "Doch nicht hier drin... Mädels, macht mal sauber... und ihr kümmert euch um Taira. Wenn sie wieder lebt." Mit etwas Glück würde das Handelshaus Giminiani bald der Comreda Nocturna gehören.

Howard rammte ihr die Spritze ins Herz. Schlagartig stand Taira im Raum und sah auf die Spritze, die aus ihrem Brustkorb herausragte...

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BeitragThema: Re: SL Tagebuch von Midgard   Sa Aug 18, 2012 12:21 pm

Es kehrte Alltag in Tura ein. Alle lernten bei verschiedenen Mitgliedern der Comreda. Nur Joyce Kim schlenderte durch das KanTai-Viertel. Sie suchte Fächer. Genauer gesagt, jemanden, der einen Kampffächer bei sich trug und sie wurde tatsächlich fündig. Leider stellte sich Feng Wan als ein eingebildeter Hanswurst heraus. In seiner arroganten Art ließ er sie eiskalt abblitzen. Erst als zufällig zur Sprache kam, dass Joyce in KTP geboren war, taute er auf. Er steckte einem Jungen einige Münzen zu und flüsterte mit ihm. Joyce lud er zu sich nach Hause ein, um ihr "eine kleine Überraschung" zu bereiten. Joyce rechnete mit dem Schlimmsten, erwartete hinter jeder Ecke, an jeder Decke einen Meuchler... und fand sich in einem geschmackvoll eingerichteten Raum in einer Teezeremonie wieder. Sein Angebot war klar. Er würde sie im Gebrauch des Kampffächers unterrichten, wenn sie zusammen die Nacht verbringen würden... Nach einigem Überlegen willigte sie ein.

Für Penny traf ein Weißmantel ein, der sich als Bote namens Brutus herausstellte. Der Brief kam von Napoleone da Lanitia, Hohepriester des Tin. Er wäre ein Freund ihres Onkels Jorge Cantuzzo, in dessen Diensten Penny vor Jahren stand. Er bat sie, zum Kloster Torre Estralu zu reisen und dort in seinem Namen als Inspektorius für die Sicherheit eines wichtigen Konzils zu sorgen. Napoleone würde sich verspäten. Sie müsse unbedingt herausfinden, wer der Katagnostiker in der Abordnung von Turan und Atunis sei. Penny weihte ihre Gefährten ein und bereits am nächsten Tag waren sie unterwegs. Brutus, der Weißmantel, wollte sie ein Stück begleiten, nachdem er nun keine Befehle mehr hatte.

Einige Tage später - sie hatten den direkten Einflussbereich Turas hinter sich gelassen - kamen sie wieder an eine der zahlreichen Herbergen an der Handelsstraße. Ein Handelstreck mit 4 Wagen war dort ebenfalls untergebracht. Für diese wenigen Wägen hatte der Händler mit 10 Mann recht viele Wachen dabei und nur zwei von ihnen bewachten in dieser Nacht die Wägen und Pferde. Die Scheune war bereits abgesperrt. Sehr ungewöhnlich.
Schnell hatten sie einen Plan: Penny würde die Wachen ablenken und Joyce würde in der Scheune nachsehen, was dieser Händler wohl geladen hat. Sie besprachen den Plan über ihre Ringe der Zwiesprache, so dass sie ihn schmieden konnten, auch während sie getrennt voneinander Informationen sammelten. Penny sprach mit dem Wirt, Howard beobachtete das Zimmer, in dem Händler und die übrigen 8 Wachen untergebracht waren, Joyce bereitete sich gewissenhaft vor.

Saron sah seine Gelegenheit gekommen, ein Held zu sein. Er schlich sich aus dem Haus ohne zu merken, dass er von Penny gesehen wurde, die mit den beiden gelangweilten und unterbezahlten Wachen flirtete. Saron kam im Schutze der Dunkelheit von hinten an die Scheune und schaffte es bereits beim zweiten Versuch auf das Dach zu kommen. Ein paar kleine Prellungen würde er schon wegstecken müssen, wenn er von seinen Begleitern endlich als Held gefeiert werden möchte. Er schob einige Reißigbüschel zur Seite, doch in der Scheune konnte er nichts sehen. Aber er roch die Pferde. Das machte die Sache schwierig... Wenn er die Pferde erschrak, würden sie alle alarmieren... Doch ein richtiger Held musste auch Risiken eingehen und so tastete er sich kletternd nach unten. Er war auf den Brettern des Obergeschosses angelangt und tastete nun nach der Leiter. Er war so stolz darauf, dass er sich leise wie eine Wildkatze anschlich, so dass selbst die Pferde nichts merkten, dass er der popeligen Leiter wohl nicht genug Aufmerksamkeit schenkte. Er wusste, dass er tief fallen würde und mit größter Willensanstrengung konnte er einen Aufschrei unterdrücken, als er auf etwas Stroh aufschlug. Dennoch schreckten die Pferde hoch...

Schreie der Empörung drangen über die Ringe der Zwiesprache in alle Köpfe. "Saron...dieser Dummkopf... er wird schon wieder alles versauen... Verdammt..." Penny flirtete weiter mit den Wachen, als ob nichts wäre, Joyce packte einfach alle ihre Kleider und Schminkutensilien in den Rucksack, Howard legte ein gutes halbes Dutzend Feuerkugel-Siegel vor die Türe des Zimmers, in dem Händler und übrige Wachen untergebracht waren. Sheldon machte das, was er meistens tat: er beobachtete scheinbar gleichgültig die ganze Szenerie. Brutus schüttelte nur den Kopf, doch wenn Penny nicht einschritt, musste es wohl noch mit rechten Dingen zugehen...
Sie kamen gerade nach unten, als die Pferde in der Scheune scheuten...

Saron wusste, dass alles verloren war, als sich das Tor der Scheune öffnete. Die beiden Wachen kamen mit gezogenen Waffen auf ihn zu. In seinem verletzten Zusatand wird er es nicht mit den beiden aufnehmen können. Als er sich widerstandslos von ihnen festnehmen ließ, hörte er Penny in seinem Kopf. "Also gut, Saron, du willst einfach nicht hören. Howard will dich schon seit Candranor tot sehen und alle anderen sind auch nicht amüsiert. WENN wir dich hier rausholen sollen, dann wirst du dich verpflichten, mein Sklave zu sein! Ansonsten versuche einfach dein Glück in der Gerichtsverhandlung...". Saron willigte ein.

"Sagt mal, ihr beiden Süßen, ihr hättet jetzt die Gelegenheit schlagartig zehnmal so viel zu verdienen wie auf eurer Reise." Penny lächelte die beiden an, im Obergeschoss des Wirtshauses gab es eine große Explosion und kurze Zeit später ritten sie alle davon. Saron trank einige von Howard hergestellte Heiltränke. Er hatte es bitter nötig. Es war schwer, ein Held zu sein... und das alles für vier leere Wägen...

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